Hallo
kleiner Baum

Vieles sieht und hört der aufmerksame Spaziergänger im Wald. Mit dem Frühling kommen zwitschernde Vögel, plätschernde Bächlein und sanftes Grün. Höher und höher steigt die Sonne in den Himmel und wärmt dicke klebrige Knospen, Ameisen eilen geschäftig über den Waldboden, die Hummeln beginnen das neue Jahr zu erkunden. Einladend leuchtet ihnen der goldene Blütenstaub von Weidenkätzchen. Kleine Bäume beginnen ihre Reise vom winzigen Keimling zum starken Waldriesen.

Neue Bäume sehen noch nicht aus wie Bäume. Aus den Samen, die im Herbst zu Boden fallen, schieben sich im Frühling zwei kleine Keimblättchen in Richtung Sonne. Das Pflänzchen ist zu Beginn nicht größer als ein Erbsenkeimling. Dieser hat vor allem Ähnlichkeit mit einer kleinen Eiche. Eine kleine Paprikapflanze sieht aus wie ein Ahorn Keimling und eine junge Buche hat Ähnlichkeit mit einem Schmetterling. Die typischen Blätter, an denen wir die Bäume normalerweise erkennen, wachsen erst später.


Im ersten Jahr wird der Keimling schnell größer. Dann verlangsamt sich das Wachstum stark. Damit ein Baum großgenug wird, um ein Baumhaus zu halten oder daraus neue Bretter zu machen, müssen viele Jahre vergehen. Wer als Kind einen Baum pflanzt, muss erwachsen werden und eigene Kinder bekommen, bevor er in seinem Schatten ein Picknick machen kann.

Im Frühling wachsen nicht nur neue Bäume. Auch die alten bekommen ein neues Blätterkleid. Schon bevor man die Blätter der Bäume erkennen kann, kann man die Bäume an ihren Knospen und Blüten erraten.

Schwarze Knospen gehören zu Ebereschen, klebrige rote Knospen zu Kastanien. Hasel und Birke haben ganz verrückte Blüten das Aussehen wie Schnüre. Weidenkätzchen sind so weich, dass man sie streicheln möchte. Hier habt ihr eine Auflistung der wichtigsten:

Die Kastanie

Die Knospen der Kastanie sind rot und im Frühling klebrig. Ihre Blüten der sehen aus wie rosa Zuckerwatte – Türmchen. Die Blätter haben die Form einer Hand und die Früchte sind kleine braune Kugeln in Stacheligen Schalen, die an Igel erinnern.

Die Esche

Die Knospen der Esche sind schwarz und fassen sich pulverig an, alte Blüten hängen in schwarzen Klumpen an den Zweigen. Ihre Blüten sind hellgrüne Fädchen. Die Blätter sind ovale Blättchen an einem Stiel. Es stehen sich immer zwei gegenüber und ein einzelnes an der Spitze. Die Früchte der Esche sind flatterige Blättchen in kleinen Haufen.

Der Ahorn

Die Knospen des Spitzahorns sind braun und schuppig. Die Blüten duften und summen meist voller Bienen. Die Samen fliegen wie kleine Propeller zum Boden. Die Blätter erkennt man am besten an ihren gezwirbelten Spitzen.

Die Birke

Die Birke hat kleine feste schwarze Knospen an schwarzen Zweigen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bäumen hängen diese Zweige mit den Knospen meist nach unten, statt mit den Knospen nach oben zu zeigen. Die Blüten der Birke sehen aus wie gelbliche Fäden. Haut man zur richtigen Zeit dagegen stauben sie stark. Die Blätter sind klein und gesägt. Die kleinen herzförmigen Samen bilden eine zapfenähnliche Form.

Die Weide

Die Weide hat gelbliche Zweige und glänzende geschlossene Knospen. Die weichen, silbrigweißen Weidenkätzchen blühen mit als erstes im Frühling. Sie sind das erste Bienenfutter und in voller Blüte gelb und flauschig. Die Blätter der Weide rascheln wie kurzes Lametta im Wind. Die Früchte der Weide schweben in wattigen Fetzen durch die Luft.

Die Buche

Die Buche hat kleine rötliche Knospen. Ihre Blüten hängen von den Ästen wie kleine Bommeln. Die Früchte der Buche heißen Bucheckern. Sie sind in einer kratzigen, haarigen Schale und haben eine dreieckige Form. Die Blätter der Buche sind ganz weich, leicht behaart und glänzend.

Die Eiche

Eichenknospen sind hellbraun und schuppig. Die Blüten sehen aus wie hellgrüne Perlenketten. Die Samen haben kleine Hütchen auf. Die Blätter erkennt man an ihren runden Ausbuchtungen.

Ganze Bäume messen… Geht das ?

Wer im Wald spazieren geht, hat in der Regel keinen Kran oder Heißluftballon dabei, um einen ganzen Baum zu vermessen. Trotzdem gibt es eine Möglichkeit herauszubekommen, wie hoch ein Baum ist. Und sie ist sogar kinderleicht.

Alles, was man dafür braucht, ist ein mehr oder weniger geraden Stock, der genau so lang ist wie der eigene ausgestreckte Arm: von Schulter bis Handfläche. Den Stock hält man mit ausgestrecktem Arm auf Augenhöhe nach oben, wie ein übertrieben großes „Daumen hoch“. Jetzt muss man so lange zurückgehen, bis der Baum genauso groß aussieht wie der Stock. Der Baum ist so viele Schritte hoch, wie man von dieser Stelle aus braucht, um bis zum Baum zurückzulaufen.

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